Anstieg der Abschiebungen in die Türkei – Fakten, Hintergründe und Perspektiven

KI generiertes Foto
Veröffentlicht: 2. Februar 2026

2025 wurden über 21.000 Personen aus Deutschland abgeschoben, etwa jede zehnte in die Türkei. Während die Regierung dies als Erfolg wertet, warnt die Linksfraktion vor Repression. Zahlen und Analysen im Überblick.

Worum es geht

Deutschland hat 2025 einen deutlichen Anstieg bei den Abschiebungen verzeichnet. Besonders auffällig ist, dass rund jede zehnte Abschiebung in die Türkei erfolgte. Während Regierungspolitiker dies als Erfolg ihrer Rückführungspolitik bewerten, mahnt die Linksfraktion angesichts staatlicher Repression in der Türkei zur Vorsicht.

Wichtigste Fakten

  • Bundesweit wurden im Jahr 2025 mehr als 21.000 Personen abgeschoben. Die häufigsten Abschiebungen erfolgten in die Türkei (2.118).
  • Laut bayerischer Statistik belief sich die Zahl der nach Türkei abgeschobenen Menschen auf 2.297 – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.
  • Regierungspolitiker sprechen von fast einem Fünftel mehr Abschiebungen im Vergleich zu 2024 und werten dies als Erfolg.
  • Die Linksfraktion kritisiert die verstärkten Abschiebungen in die Türkei und verweist auf Menschenrechtsverletzungen und staatliche Repression vor Ort.

Politischer Hintergrund

Die Bundesregierung hatte unter Verweis auf die Notwendigkeit, rechtswidrige Aufenthalte zu beenden, ihre Abschiebequote weiter erhöht. Befürworter sehen darin ein Signal für eine konsequente Migrationspolitik und einen Beitrag zur Abschreckung illegaler Einreisen. Kritiker hingegen warnen, dass eine solche Linie bilaterale Beziehungen und das Vertrauen in Deutschland als rechtsstaatlichen Partner gefährden könnte. Die Linksfraktion hebt insbesondere die schwierige Menschenrechtslage in der Türkei hervor und fordert eine stärkere Prüfung individueller Asylgründe anstatt pauschaler Rückführungen.

Bedeutung für Rheinland-Pfalz und Kaiserslautern

Auch in Rheinland-Pfalz zeigt sich der bundesweite Trend: Kommunen und Landesbehörden sind in die Organisation von Rückführungen eingebunden. In Kaiserslautern bedeutet dies verstärkte Kooperation zwischen Ausländerbehörde, Polizei und Sozialdiensten. Gleichzeitig wächst die Debatte um die lokale Betreuung von Rückkehrerinnen und Rückkehrern sowie um die Prävention und Beratung zugunsten freiwilliger Ausreisen.

Chancen & Risiken

Chancen:

  • Signalwirkung für Recht und Ordnung: Stärkung des staatlichen Handlungsanspruchs bei illegalem Aufenthalt.
  • Verstärkte Rückkehrberatung und freiwillige Ausreisemöglichkeiten könnten nachhaltigere Lösungen fördern.

Risiken:

  • Verschlechterung der Menschenrechtslage der Betroffenen, insbesondere in Staaten mit fragwürdiger Rechtsstaatlichkeit.
  • Spannungen in den bilateralen Beziehungen zur Türkei und mögliche Einschränkungen bei der Zusammenarbeit in anderen Politikfeldern.

Ausblick

Die Debatte um die richtige Balance zwischen kontrollierter Zuwanderung, wirksamer Rückführung und humanitären Verpflichtungen bleibt zentral. Für Rheinland-Pfalz und Kaiserslautern gilt es, lokale Strukturen weiterzuentwickeln, um sowohl rechtsstaatliche Abschiebungen zu gewährleisten als auch menschenrechtskonforme Betreuung und Beratung sicherzustellen. Ein dauerhafter Erfolg der Rückführungspolitik hängt letztlich von einer sorgfältigen Einzelfallprüfung und der Zusammenarbeit mit Herkunftsstaaten ab.

Quellen

Marc Fuchs Portrait
Marc Fuchs

"Die Debatte um die richtige Balance zwischen kontrollierter Zuwanderung, wirksamer Rückführung und humanitären Verpflichtungen bleibt zentral. Für Rheinland-Pfalz und Kaiserslautern gilt es, lokale Strukturen weiterzuentwickeln, um sowohl rechtsstaatliche Abschiebungen zu gewährleisten als auch menschenrechtskonforme Betreuung und Beratung sicherzustellen. Ein dauerhafter Erfolg der Rückführungspolitik hängt letztlich von einer sorgfältigen Einzelfallprüfung und der Zusammenarbeit mit Herkunftsstaaten ab."

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Was denken Sie zu dem Thema? Diskutieren Sie jetzt mit!