Nach wochenlangem Ringen mit Präsident Pavel ist Andrej Babiš als neuer tschechischer Ministerpräsident vereidigt worden. Der Rechtspopulist startet mit seiner dritten Regierung und plant einen Kurswechsel in EU- und Ukraine-Fragen.
Nach einem wochenlangen Machtkampf mit Präsident Petr Pavel ist Milliardär und Rechtspopulist Andrej Babiš neuer Regierungschef in Tschechien. In einer feierlichen Zeremonie wurde er zum Ministerpräsidenten vereidigt, womit seine dritte Regierung an die Spitze des Landes rückt.
Andrej Babiš hatte nach der Parlamentswahl im Oktober 2025 den Auftrag, eine Regierung zu bilden. Sein Amtsantritt als Ministerpräsident erfolgte trotz anfänglicher Blockade durch Präsident Pavel, der lange Bedenken gegen Babis führte. Mit der neuen Regierung setzt Babis seinen populistischen Kurs fort und signalisiert eine mögliche Neuausrichtung der Haltung Prags gegenüber der Europäischen Union und Kiew.
Als direkter Nachbar Deutschlands könnte ein Kurswechsel Tschechiens in EU-Fragen die bilaterale Zusammenarbeit beeinflussen. Insbesondere Gemeinden und Kommunen in Rheinland-Pfalz sowie Wirtschaftsakteure in Kaiserslautern beobachten mögliche Änderungen in Förderprogrammen und grenzüberschreitenden Infrastrukturprojekten.
Wie sich die angekündigte Vision Babis’ – Tschechien „zum besten Ort zum Leben“ zu machen – konkret in Politikfeldern wie Bildung, Sicherheit oder Infrastruktur niederschlägt, bleibt abzuwarten. Auch die Dynamik zwischen Präsident und Premier wird weiter ein Gradmesser für die politische Stabilität in Prag sein.
