Russland hat die DW als ‚unerwünschte Organisation‘ eingestuft. Die DW plant Zensurumgehung, die Bundesregierung kritisiert das Vorgehen scharf.
Russland hat den deutschen Auslandssender Deutsche Welle (DW) offiziell als „unerwünschte Organisation“ eingestuft und damit weitere rechtliche Schritte gegen den Sender in seinem Hoheitsgebiet eingeleitet.
Die Einstufung fügt sich in eine seit Jahren andauernde Entwicklung ein, bei der die russische Regierung unabhängige Medien und ausländische Journalisten zunehmend unter Druck setzt. Bereits seit Anfang 2022 sind ausländische Sender wie die DW von regulären Sendebetrieben ausgeschlossen. Die nun formale Erklärung als „unerwünschte Organisation“ verschärft die Situation durch mögliche Strafverfolgung und Vermögenssperren.
Für Rheinland-Pfalz und Kaiserslautern ist dieses Vorgehen ein weiterer Hinweis auf die internationale Bedeutung der Pressefreiheit. Auch in unserem Land engagieren sich zivilgesellschaftliche Akteure und Bildungseinrichtungen für freien Zugang zu unabhängigen Informationen. Die Eskalation in Russland unterstreicht die Notwendigkeit, diese Werte auch auf regionaler Ebene zu verteidigen.
Die Deutsche Welle dürfte ihre Bemühungen zur Zensurumgehung erhöhen. Gleichzeitig wird die Bundesregierung das Vorgehen auf diplomatischem Weg thematisieren und den Schutz freier Medien weiterhin in den Mittelpunkt ihrer Russland-Politik stellen.
