KBV-Chef Gassen fordert drei bis vier Euro Kontaktgebühr pro Arztbesuch. Kritik von SPD und Krankenkassen. Chancen und Risiken für Patienten in Rheinland-Pfalz.
Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat in der Bild-Zeitung eine einmalige „Kontaktgebühr“ bei jedem Arztbesuch vorgeschlagen („Kontaktgebühr“ beim Arztbesuch und Zuzahlungen in der Klinik).
Debatten um Zuzahlungen und Eigenbeteiligungen sind in der Gesundheitspolitik immer wieder Thema. Angesichts steigender Ausgaben suchen Krankenkassen und ärztliche Verbände nach Finanzierungsmodellen, die das System nachhaltig absichern. Der Vorschlag einer pauschalen Besuchsgebühr soll sowohl die Staatsausgaben entlasten als auch die Häufigkeit von Arztkonsultationen regulieren.
Für Patientinnen und Patienten in Rheinland-Pfalz, einschließlich Kaiserslautern, könnte eine solche Gebühr den Zugang zur medizinischen Versorgung verteuern. Besonders in strukturschwächeren Regionen und bei einkommensschwächeren Bevölkerungsgruppen bestünde die Gefahr zusätzlicher Belastungen. Andererseits könnten weniger dringende Besuche die Praxen entlasten.
Ob die „Kontaktgebühr“ in Gesetzesvorhaben aufgenommen wird, bleibt angesichts der Ablehnung durch SPD-Politiker und Krankenkassenvertreter offen. Die Debatte dürfte im Bundestag und in den Gremien der gesetzlichen Krankenversicherung weitergeführt werden.
